Heute in einem Jahr werden die Olympischen Sommerspiele in London eröffnet. Am Olympiastützpunkt Brandenburg trainieren derzeit 76 Athleten in 14 Sportarten, um sich für die Wettkämpfe in der britischen Metropole zu qualifizieren. Wilfried Lausch ist zuversichtlich, dass Brandenburger Sportler in London erfolgreich sein werden. „Vor drei Jahren in Peking hatten wir einmal Gold, viermal Silber und sechsmal Bronze geholt. Das war mehr als jede vierte der
41 deutschen Medaillen“, erinnert der Leiter des Olympiastützpunktes Brandenburg. Ein ähnliches Ergebnis soll es in zwölf Monaten geben. Doch der OSP-Chef legt die Messlatte diesmal höher. Dreimal Gold plus zehn Medaillen lautet die Vorgabe. „Ein ehrgeiziges Ziel, gewiss. Aber einfache Ziele kann sich jeder stellen“, sagt der 53-Jährige. Aktuell bereiten sich am OSP mit seinen drei Standorten in Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam 76 Athletinnen und Athleten in 14 von 17 geförderten Sportarten auf einen Olympia-Einsatz vor. „Wenn 30 von ihnen den Sprung nach London schaffen, wäre das im Soll.“ Dass die Fußball-Frauen und mit ihnen vier Spielerinnen von Turbine Potsdam durch das frühe Aus bei der WM die Olympia-Tickets verpassten, ärgert Lausch sehr. „Das ist ein totaler Einbruch. Hier war die Medaille fest eingeplant.“ Die größten Hoffnungen ruhen einmal mehr auf den Kanuten um die vierfache Olympiasiegerin Kathrin Wagner-Augustin und Sebastian Brendel, sowie den Radsportlern mit den Peking-Medaillengewinnern Roger Kluge und Maximilian Levy. „Sie bestimmen das Weltniveau in ihren Disziplinen“, sagt Lausch. Das trifft ebenso auf Turn-Europameister Philipp Boy zu. „Er hat nach Peking eine starke Entwicklung genommen, ist für uns ein heißer Medaillenanwärter.“
Die Mehrzahl der Kandidaten muss in den kommenden Monaten aber erst noch durch die Mühlen der Qualifikation. Sei es über die anstehenden Welt- und Europameisterschaften oder über einen vorderen Platz in den Ranglisten der jeweiligen Verbände. Boxer, Judoka und Ringer sind davon am härtesten betroffen. Die Handballerinnen mit dem FHC-Trio Christine Beier, Mandy Hering und Franziska Mietzner sind im Dezember bei der WM in Brasilien gefordert, brauchen dort mindestens Platz 7 zur sicheren Olympia-Teilnahme. „Hoffentlich machen sie es besser als die Fußballerinnen“, blickt Lausch voraus. Einen großen Schritt Richtung London haben die Schützen Dorjsuren Munkhbayar, Katrin Quoos und Florian Schmidt bereits getan. Einen Quotenplatz für Deutschland in der Tasche, müssen sich jetzt „nur“ noch im eigenen Lager behaupten. In der verbleibenden Zeit seien die Verantwortlichen des OSP, in den Vereinen sowie die Trainer gefordert. „Jetzt geht es darum, den Athleten ein solches Umfeld zu schaffen, dass sie sich komplett auf ihren Sport konzentrieren können“, betont Lausch. „Als einer der drei großen Stützpunkte neben Berlin und Bayern ist Brandenburg dem deutschen Sport gegenüber in der Pflicht. Daran führt kein Weg vorbei.“
(Märkische Oderzeitung)