Olympiastützpunkt Brandenburg

Anspannung und Freude – diese Gefühle haben Rüdiger Ziemer in den vergangenen Tagen umgetrieben. Der Direktor hat seine Sportschule einer Gruppe von Juroren vorgestellt. Ziemer will für Potsdam den Deutschen Schulpreis 2011 gewinnen. Es gelang ihm, die Juroren zu beeindrucken.
„Wir haben unseren Hut in den Ring geworfen“, sagte Ziemer gestern bei einem Pressegespräch vor Journalisten und Preisrichtern. Er zeigte sich zuversichtlich, aber nicht überschwänglich. Am Rande der Veranstaltung äußerte er auch Selbstkritik. „In einigen Fächern können wir uns sicher noch verbessern.“
Die Juroren haben fast zwei Tage auf dem Campus der Sportschule verbracht. Sie beobachteten Unterrichtsstunden, inspizierten das Wohnheim und die Sportanlagen. Sie sprachen auch mit Eltern, Schülern und Lehrkräften.
„Mich beeindruckt die logistische Leistung, die die Sportschule er-bringt“, sagte Jürgen Oelkers, Professor für Allgemeine Pädagogik und Jurymitglied. Der Schule gelinge es, ein Internat und eine leistungsorientierte sportliche Ausbildung in Einklang mit einer qualifizierten schulischen Bildung zu bringen. „Das gibt es in Deutschland kein zweites Mal.“ Wichtig war es den Juroren nach eigenen Angaben auch, dass die Schule ihren Schülern Alternativen aufzeigt für den Fall, dass es mit der Karriere als Sportler nicht klappt. „Die Lehrer haben dafür ein waches Auge“, sagte Axel Weyrauch.
Wie gut die Chancen für einen Sieg stehen, wollten die Juroren gestern nicht verraten. Der Wettbewerb, den die Robert-Bosch-Stiftung und die Heidehof-Stiftung seit 2006 jährlich ausschreiben, läuft noch. Aus 120 Bewerbern haben sie schon 20 Schulen ausgewählt, die sie, wie die Sportschule, genau überprüfen. Am 23. März wählen sie ihren Favoriten. Dem Gewinner erwarten 100 000 Euro. Insgesamt beträgt die Gewinnsumme 230 000 Euro. Der Schulpreis ist der höchstdotierte Schulwettbewerb Deutschlands. (MAZ- Issio Ehrlich)